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  • Moni

Bergen – Färöer Inseln 3 Tage 2 Std., 458.3 Seemeilen


Gut vorbereitet für einen langen Schlag


Dem Boot aus den Niederlanden, welches am späteren Freitagabend bei uns ans Päckchen anlegte sagten wir gleich, dass wir anderntags um 07:30 Uhr ablegen wollen. Das war für sie kein Problem.

Am Samstagmorgen wurde es 08:00 Uhr bis die Leinen am Bryggenquai losgeworfen wurden. Bis wohin es gehen soll entscheidet das Wetter, denn war klar, dass es bis nach Island nicht günstig ist. Shetland war bei Peter eher im Kopf als die Färöer und bei Hans war sicher eher Island im Kopf, da Stopps um auf ein besseres Wetterfenster zu warten unnötig sind.


Eine Crew, welche noch nie zusammen auf einem Segelboot gewesen ist erzählen selber, wie es ihnen ergangen ist.


Hans

Kalt, grau, windig waren die ersten Worte von ihm. Für ihn ist dies eine kurze Passage gewesen. Der Pazific mit seinen deutlich mehr Seemeilen, ist einfacher, als dieser kurze Schlag.

Spannend war für ihn die Durchsegelung der Öl- und Gasfelder mit all diesen Plattformen und der Einhaltung der Sicherheitsabstände, welche sofort per Funk mitgeteilt wurden.

Einfacher als gedacht sei es gewesen, obwohl der Wind etwas stärker war, als erwartet wurde.

Um diese Jahreszeit ist dieses Revier super, da es kaum dunkel wird.

Der erste Tag mit achterlichem Wind, danach alles gegen an, wir bekamen viel Wind auf die Nase, der Wellengang war stark kreuzseemässig.

Dies die Worte von Skipper zwei, der Amelia zuerst kennenlernen musste.


Peter

Das war seine längste Tour bis anhin, in anspruchsvollem Gewässer im nordatlantischen Ozean, dies sei nichts für Warmduscher.

Spannend war für ihn, wie wir als 3er Crew mit dem Wachsystem ohne eigentlichen Plan funktionierte. Wenn jemand müde war, ging der Wechsel harmonisch, man schaute aufeinander.

Die Idee Bergen – Färöer findet er eine super Sache. Sehr froh war Peter, dass er Hans an seiner Seite wusste, denn der Druck war weg. Er konnte runter fahren und schlafen um sich zu erholen, denn überfiel ihn die Seekrankheit, bereits am ersten Tag. Peter funktionierte trotzdem, aber benötigte er Schlaf und Ruhe. Wir waren günstige Kostgänger auf diesem Törn

Amelia kann’s sie verträgt viel Wind!

Andere Wellenbilder hat er gesehen, als bis anhin, es platschten viel mehr Wellen über das Boot und Amelia hat alles weggesteckt ohne nichts.

Schwarze Welle über uns…..

Dies die Worte von Skipper 1 und Schiffseigner, der nicht der war, den er normalerweise ist, so wenig hat er noch nie gegessen und „gschneuget“.


Amelia

Bergen welches ich kenne, verlässt diese Crew mit noch nicht genauem Zielort, betreffend des Wetters. Ein erfahrener Skipper an Bord, vor dem ich mich nicht „lumpen“ lassen möchte. Zuerst muss dieser Mann mich kennenlernen und sehen wie es sich mit mir segelt.

Es verging nicht lange, da war mein Chef etwas out of order. Er kaute von sich aus Antiseekrank-Kaugummis oder nahm spezielle Tabletten ein. Ich kenne ihn jedoch gut, dass er trotzdem immer funktioniert, aber eben nicht wie gewohnt für mich, da er oft am Liegen oder Schlafen ist.

Dann diese Wellen, so fest gewaschen wurde ich noch nie. Es war nicht der Regen, es war alles Salzwasser, ob auf Steuerbord- oder Backbordbug oder eben auch von oben auf uns herab. Ja, diese schwarze Welle, den Peter gesehen hat an Bord der Amelia, prasselte über mich hinweg, Moni lag im Cockpit und wurde etwas geduscht, das Wasser lief den Niedergang hinunter und das Cockpit war mit ca. 15 cm Wasser bedeckt. Ich wurde also auch etwas im Boot mit Salzwasser gewaschen.

Ja, der neue Skipper hatte einiges an Bord zu tun, denn die Küchencrew überfiel dann diese Seekrankheit auch. In die Küche konnte sie ab dem zweiten Tag kaum gehen. Der Hans musste also immer selber schauen, dass er etwas essbares in den Magen bekam oder musste gar alleine essen.

Meine normale Crew war also noch nicht fit genug oder war es einfach dieser nicht so günstige Segelwind mit diesen kreuzseemässigem Wellengang dazu?

Egal, ich habe mein bestes gegeben und mir hat es dazu noch Spass gemacht, denn bis anhin war ich noch niiiiiieeee sooooo schräg ins Wasser getaucht.

Amelia hat bis auf ein paar wenige Tropfen im Boot und einer verkrümmten Fenderhalterung alles super gemeistert, sie war topfit!


Moni

Ich wusste, dass es eine rauhe Art sein wird, habe mich auch darauf eingestellt. Für mich war dies wie ein Wettkampf, der Weg ist das Ziel und da musste ich einfach irgendwie durch. Es hat mir nicht immer gefallen, vorallem als Peter so schnell auch nicht so „zwäg“ war, da wurde meine Komfortzone verschoben. Als es mir dann auch nicht mehr so gut ging und ich als Küchencrew, mein Bestes gegenüber Hans geben wollte und nicht konnte, da war es mir nicht mehr recht. Die Küche war für mich gestrichen, trotzdem liess ich den Kopf nicht hängen. Mir wurde mit diesem Schlag bewusst, weshalb viele Frauen für lange Passagen nicht mitmachen und erst am Zielort an Bord gehen.

Viele der Segler sagen auch, nach Island ist es rough. Ob ich so einen harten Schlag wie diesen, mit diesem hart am Wind segeln, Wellengang, Seekrank noch viele weitere Male machen kann ….. das bezweifle ich. Ich bin immer noch an diesem Wettkampf und gebe mich noch nicht geschlagen.

Diese schwarze Welle sah ich kommen, die war so anzusehen wie in einem Film, obwohl die Welle nicht so enorm riesig war.

Hans erfreute mich mit seinem Gourmetbrot, als es mir nicht gut ging. Welch Freude so ein Stück Brot einem geben kann! Der Hans war für mich ein Armer, was das Essen angeht.

Wir sind alle wohl auf und es war bis jetzt Action. Noch nicht mal nachgeschlafen haben wir, mehr dazu ein anderes Mal.






59 Ansichten

2 Comments


kundertp
Jul 06, 2022

Hallo zusammen

Willkommen im Club der nordischen Fahrtensegler. Ihr habt jetzt die Gewissheit, was euer Boot ab kann. Und es kann noch sehr viel mehr, mehr, mehr ab als ihr euch vorstellen könnt. Ihr habt auf eurer Fahrt das kurzwellige, Wellen chaotische Nordmeer erlebt. Kalt, grau bis schwarz, fast schon unheimlich, aber unendlich faszinierend. Und auch dieses mehr kann noch viel mehr.

Und ihr habt es gewagt, über den weiteren Horizont zu segeln. Ob 450 SM oder 2'000 SM, kein unüberwindbarer Unterschied mehr. Jetzt wisst ihr, warum ihr in Island, einem Traumrevier im hohen Norden, im Verhältnis wenig Segler sehen werdet.

Und darauf, es gewagt zu haben, dürft ihr zurecht stolz sein. Unser Respekt.

Liebe Grüsse, wir freuen uns auf…

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Moni
Jul 06, 2022
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Vielen Dank für die vielen Blumen!! Grüsse von den Färöer Inseln

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