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  • Moni

Ausräumen im Eiltempo

Am Donnerstag stehen wir punkt 11 Uhr im Büro der Vindö Marin. Zuerst steht ein wenig Smalltalk mit Henrik an erster Stelle und danach begleitet uns Henrik zur Halle, wo Amelia den Winter verbringt.


Dicht gedrängt stehen die Boote neben und hintereinander. Damit die Arbeiter an den Booten arbeiten können (Service, Reparaturen, etc.), steht eine Leiter gut befestigt an den Booten und damit man nicht gerade mit Dreckschuhen auf die Boote kommt, liegt vor jeder Leiter auch ein Teppich um die Schuhe abzuklopfen.



Da steht sie nun die Leiter um rauf- oder runter vom Boot zu kommen. Zuerst muss die Ware vom Boot eingepackt, an Deck gebracht werden, danach runter und am Schluss noch im Camper verstaut werden.

Gerade warm ist es nicht an Bord und mit einer Stirnlampe müssen wir an diversen Orten Licht ins Ganze bringen. Ich bin ausgerüstet mit Mütze, 2 Pullovern und 2 Jacken, ganz so fit bin ich auch noch nicht und frieren ist nicht angenehm.



Peter montiert an der Teakreeling 4 Leinen, damit wir die Säcke nach unten abseilen können.

Er beginnt gleich mit den Fahrrädern, seilt sie ab, schraubt sie zusammen und montiert sie auf den Fahrradträger. Danach muss er eine Pause einlegen, denn seine Erkältung mit starkem Husten wird stärker. Wenn er selbstständig nach Medikamenten auf der Amelia sucht und gleich auch einnimmt, dann heisst das etwas!

Nach einem Neocitran legt er sich auf's Ohr für 1.5 Std. und ich bin mit dem Räumen der Küche beschäftigt.

Wieviel Ware es da doch hat! Ausräumen, zum Teil entsorgen, einpacken, rausstauen und später dann das Abseilen.

Jeder Stauraum wird geräumt in der Dinette, im Salon, danach in der Eignerkabine.


Kurz nach 16:30 Uhr kommt Henrik und erklärt uns, dass ein Mitarbeiter am Abend noch sicher ca. 2 Std. noch länger arbeite und wir das auch tun könnten.

Peter verneint, er müsse sich hinlegen. Somit fahren wir aus der Halle raus und parkieren beim Werfthafen mit Blick aufs Wasser. Es wird Tee am Laufmeter getrunken und Peter legt sich auch gleich mal hin. Etwas später gibt es für jeden eine Thai Nudelsuppe, Peter's Hunger hält sich in Grenzen, das ist sehr ungewohnt.

Seine Augen sind klein und sicher hat er noch Fieber bekommen.



Am Freitagmorgen sind wir mit dem Camper kurz nach 8 Uhr vor der Halle. Ein Angestellter öffnet uns das Tor und Henrik erklärt uns, dass wir bis um 13:30 Uhr fertig sein müssen, denn danach ist Wochenende. Mir war, dass wir nicht viel Zeit am Freitagnachmittag haben, dass uns so wenig bleibt, haben wir nicht gedacht.


Ich seile mal viele Säcke ab, Peter verstaut diese. Dann kommt auch Ware, welches an Bord muss. Es gibt ein Rauf und Runter. Packen, packen und pressieren, damit wir es schaffen.

Um 13 Uhr sind es nicht mehr viele Dinge, aber es wird eng werden. Wir haben keine Zeit um alles nochmals zu prüfen, ob alles geräumt ist.

Ganz schwere Sachen lassen wir in unserem Depot in der Werft, denn haben wir keinen Platz mehr und sicher sind wir überladen.


Wir bekommen noch einen Zeitbonus von rund 1 Stunde, da doch noch eine Person in der Werft am Arbeiten ist. Er wird uns rauslassen, alles Schliessen und die Alarmanlage auf scharf stellen.



Da sind wir kurz vor 15 Uhr wieder an unserem Platz im Werfthafen und haben nichts mehr zu tun. Es ist regnerisch und nichts mehr von dem schönen Blau vom Vortag ist zu sehen.


Peter legt sich wieder hin und kann sich nun ca. 24 Stunden genesen. Unsere Fähre ab Göteborg legt am Samstagabend um 17:45 Uhr ab.

Kurz und gut. Wir haben es geschafft, Erholung ist angesagt. Der Wasserkocher ist ständig in Betrieb, Tee in allen Variationen trinken wir!


Am Samstag erreichen wir frühzeitig den Fährhafen, beziehen unser Zimmer und ab 18 Uhr gibt es Abendessen. Dieses Mal hat es sicher 3 x oder 4 x so viele Passagiere an Bord. Es kann gut möglich sein, dass einige Schweden sich einen Kurztripp nach Kiel gönnen. Am Samstagabend hin, kurzer Tagesaufenthalt in Kiel und am Sonntagabend wieder zurück.


Am Sonntagmorgen legen wir pünktlich um 9:15 Uhr in Kiel an und wenig später machen wir uns auf die knapp 1000 km lange Heimfahrt. Das Wetter ist strahlend sonnig. Da wir wirklich viel zu viel geladen haben, fahren wir mit rund 90 gemütlich nach Hause. Kurz nach 21:30 Uhr sind wir zu Hause.


Unsere Arbeit beginnt zu Hause von Neuem, denn muss die ganze Ladung wieder ausgeräumt, sortiert, gewaschen, verräumt und verstaut werden.


Camper putzen und all das, was wir im Vorfeld ausgeräumt haben, wieder einräumen. Wir sind noch lange nicht fertig damit, lassen uns auch etwas Zeit dafür.

Dem Peter geht es besser, langsam hat er auch wieder etwas Appetit, seine Kräfte sind jedoch noch nicht ganz zurück.


Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen!


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